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Monatsspruch

August 2020: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Das klingt ganz schön arrogant: Ich bin wunderbar – und wunderbar sind deine Werke. Dieser Vers aus Psalm 139 begleitet uns, und dabei entsteht sofort ein Bild. Das Bild von Gott, wie er aus der Erde den ersten Menschen macht, wie er formt und feilt, hier noch ein bisschen glatt streicht und dort noch ein bisschen zieht und „zuppelt“ bis schließlich alles zu seiner Zufriedenheit ist. Dieses Bild ist sehr nah an dem, was uns die Bibel im zweiten Schöpfungsbericht überliefert (1.Mose 2). Wie es sich die Menschen vor Tausenden von Jahren vorgestellt haben, dass uns Gott geschaffen hat. Wie das Bild eines Künstlers, der sein Werk schafft.

Aber nicht als leblose Hüllen hat er uns geschaffen, sondern als Menschen mit einer Seele, ausgestattet mit Gaben, die durch den Geist gegeben sind. „In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Wahrheit zu reden, dem anderen von der Erkenntnis, einem anderen Glauben, einem anderen…“ usw. usw. die Gabe gesund zu machen. Dieser neutestamentliche Vers aus dem 1. Kor. zeigt die Vielfalt der Menschen, also der Schöpfung.

Gaben und Talente: Da muss ich an vieles Ungewöhnliche, aber auch immer an unsere Gemeinde denken, die ja von der Vielfalt der unterschiedlichsten Talente aller Mitarbeitenden lebendig ist. Manche Talente, die sich in der Öffentlichkeit zeigen und zu sehen sind, erzeugen großes Aufsehen, und bei manch einem mag sich dann das Gefühl breit machen, dass man nichts wert ist, wenn man nichts Außergewöhnliches und Aufsehenerregendes kann. Dass meine alltäglichen Gaben – welche auch immer das sein mögen – nicht wertvoll sind, weil sie weder Aufsehen erregen noch Massen begeistern.

Nach außen hin äußern sich solche Gefühle des Ungenügens oft im Versuch der Selbstoptimierung: Ob äußerlich durch Schönheitsoperationen oder beruflich in der Erhöhung der Belastbarkeit. Man kann sich mittlerweile bis in den Schlaf hinein kontrollieren und aus der Kontrolle heraus dann optimieren. Manche Menschen mögen das brauchen, andere setzt es unter Druck.

Es wäre doch schön, wenn wir stattdessen einfach so sein dürften und wollten, wie wir sind. Wenn wir das annehmen könnten, was Gott in uns hineingelegt hat. Aber dazu gehört es, auch zu wissen oder zu ahnen, was er denn in uns hinein gelegt hat. Die Überprüfung oder der Versuch, unsere Gaben und Talente zu erkennen, ist gar nicht so leicht. Nicht nur, dass sich manches schwer umsetzen lässt. Noch schwerer ist es oft, zu erkennen, was man selbst gut kann – ohne auf die Wahrnehmung  der Anderen zu hören.

Was können wir gut? Wo liegen unsere Gaben, unsere Talente? Wo geht uns das Herz auf, wenn wir es tun? Ich denke, wenn wir versuchen, diese Fragen immer mal wieder an uns selbst im Alltag zu stellen, kommen wir schnell dahinter, welchen Schatz Gott in uns hinein gelegt hat und können am Ende tatsächlich mit in den Psalm 139 einstimmen: „Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin!"

Aber dabei muss man auch erkennen, wieviel wunderbare Menschen es neben mir gibt.  Und gerade in der ja noch nicht beendeten Pandemie haben wir viele wunderbare, helfende, beistehende Menschen kennengerlernt. Danken wir, dass es viele wunderbare Menschen gibt – das ist Gottes Schöpfung.

Klaus Wirbel

Die Monatssprüche 2020

Januar:  Gott ist treu. 1.Korinther 1,9 (L)

Februar:  Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. 1.Korinther 7,23 (L)

 Auslegung  März: Jesus Christus spricht: Wachet! Markus 13,37 (L)

 Auslegung  April:  Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1.Korinther 15,42 (L)

 Auslegung  Mai:  Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat! 1.Petrus 4,10 (E)

Auslegung  Juni:  Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder. 1.Könige 8,39 (L)

Auslegung  Juli: Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. 1.Könige 19,7 (L)

Auslegung August:  Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Psalm 139,14 (L)

September:  Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. 2.Korinther 5,19 (E)

Oktober:  Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl. Jeremia 29,7 (L)

November: Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Jeremia 31,9 (L)

Dezember: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Jesaja 58,7 (L)

Letzte Änderung am: 03.08.2020