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RSSPrint

Monatsspruch

Für immer und ewig

Februar 2021:
Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!
(Lukas 10,20)

Wer möchte sich nicht gern verewigen? Wenn wir schon nicht im Buch der Weltgeschichte stehen, weil es uns an geschichtlicher Größe mangelt, dann können wir unseren Namen wenigstens in einem Baum einritzen. Wenn wir schon nicht mit tausend Followern in den „social media“ unterwegs sind, so soll doch wenigstens ein Hinweis auf uns im Internet zu finden sein. Hinter solchen Gedanken steckt die schlichte, aber bedrängende Frage: Was bleibt von mir?

Als ich meine Tochter in Köln besuchte, spazierten wir über die Hohenzollernbrücke. Vor uns der Kölner Dom, neben uns – genauso faszinierend – tausende bunte Vorhängeschlösser. Verliebte Pärchen haben sie mit Name und Datum beschriftet und an den Gittern der Brücke angebracht, um sich ewige Liebe und Treue zu schwören. Der Schlüssel wird anschließend gemeinsam in den Rhein geworfen. An kaum einer anderen Stelle ist der Drang nach Verewigung so mit Händen zu greifen. Doch wie viele dieser Liebschaften mögen inzwischen schon verrostet sein? Es bleibt ein Schloss mit zwei Namen als Symbol der Verewigung.

Die Geschichte hinter dem Monatsspruch ist schnell erzählt. Jesus sendet drei mal zwölf Pärchen (macht 72 Menschen) aus, um das Evangelium in Wort und Tat weiterzusagen: Gott ist euch nahe! Als die Jünger*innen zurückkehren, sind sie ganz berauscht von ihren Erfahrungen. Sie hatten im Namen Jesu unglaubliche Dinge tun können. Das bringt sie ganz aus dem Häuschen: Wow, wie toll wir sind! Wir haben bleibenden Eindruck hinterlassen. – Jesus bremst die Euphorie ihrer Selbstgefälligkeit: Freut euch nicht darüber, was Ihr Tolles geleistet habt. Freut Euch, dass Eure Namen im Himmel geschrieben sind! Verewigen kann nur der Ewige!

In meiner Kindheit habe ich von meiner Mutter einen schönen Kanon gelernt, der 1942 komponiert wurde, zu einer Zeit also, als das sog. Tausendjährige Reich der Nazis bereits zu bröckeln begann. Der einfache Text dieses Kanons war gleichzeitig ein politisches Statement. Niemand soll glauben, sich selbst verewigen zu können, sondern: „Alles ist eitel, du aber bleibst und wen du ins Buch des Lebens schreibst.“ – Was bleibt von uns? Was macht uns unvergesslich?

Sicher bleiben Menschen eine oder zwei Generationen in der Erinnerung der Kinder und Enkel, besonders mit dem, was sie an Liebevollem im Gedächtnis hinterlassen. Doch auch dies wird eines Tages vergessen sein. Das Generationengedächtnis ist nicht ewig. Selbst auf unserem wahrlich alten Kirchhof verweisen die ältesten Gräber gerade einmal auf Menschen, die vor 200 Jahren gelebt haben. Das stößt mich auf die Erkenntnis: Ich kann mich gar nicht selbst verewigen. Das muss jemand anderes tun. Und dieser „Jemand“ kann nur Gott sein.

Es ist eine schöne Vorstellung, dass im Himmel eine Namensliste geführt wird. Auf dieser Liste zu stehen, ist etwas ganz Besonderes. Darüber dürfen wir uns freuen, weil es uns befreit von dem Zwang, uns selbst ein Denkmal setzen zu müssen. Es gibt im Himmel ein Buch – das Buch des Lebens. Du bist von Gott darin verzeichnet, verewigt. Mit der Taufe bist du Gott namentlich bekannt – dazu kann und muss niemand selbst etwas tun. Keiner muss berühmt werden, keine muss dafür Glanztaten vollbringen.

Mein Name, damit ist auch mehr gemeint als ein paar Buchstaben. Der Name ist das, was mich ausmacht, meine Person, meine Persönlichkeit. Im Himmel namentlich bekannt zu sein, bedeutet aus der Anonymität ins Licht der Liebe Gottes gezogen zu werden. Das kann wahrlich niemand selbst bewerkstelligen. Und kein Mensch muss sich mehr selbst verewigen, der darauf vertraut, von Gott ins Buch des Lebens eingetragen worden zu sein.

Herzlich grüßt Sie Ihr Uli Seegenschmiedt

Die Monatssprüche 2021

Auslegung  Jahreslosung 2021:Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! (aus der Feldrede Jesu aus dem Lukasevangelium 6, 36)

Januar: Viele sagen: "Wer wird uns Gutes sehen lassen?" HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes! Psalm 4,7 (L)

Auslegung Februar 2021: Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind! Lukas 10,20 (E)

März 2021: Jesus antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien. Lukas 19,40 (L)

April 2021: Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Kolosser 1,15 (E)

Mai 2021: Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen! Sprüche 31,8 (E)

Juni 2021: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apostelgeschichte 5,29 (L=E)

Juli 2021: Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. Apostelgeschichte 17,27 (L)

August 2021: Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her! 2 Könige 19,16 (E)

September 2021: Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel. Haggai 1,6 (L)

Oktober 2021: Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken. Hebräer 10,24 (L)

November 2021: Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus. 2.Thessalonicher 3,5 (L)

Dezember 2021: Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR. Sacharja 2,14 (L)

Auslegungen zu Monatssprüchen 2020

Auslegung  März: Jesus Christus spricht: Wachet! Markus 13,37 (L)
Auslegung
  April:  Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1.Korinther 15,42 (L)
Auslegung
  Mai:  Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat! 1.Petrus 4,10 (E)
Auslegung
  Juni: 
Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder. 1.Könige 8,39 (L)
Auslegung
  Juli: Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. 1.Könige 19,7 (L)
Auslegung
  August: 
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Psalm 139,14 (L)
Auslegung
  September: 
Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. 2.Korinther 5,19 (E)
Auslegung
Oktober: 
Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl. Jeremia 29,7 (L)
Auslegung
  November: 
Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Jeremia 31,9 (L)

Letzte Änderung am: 20.01.2021