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Monatsspruch

April 2020:

Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. (1. Korintherbrief 15,42) 

„Wo ist sie jetzt? Meine Frau!“ Mit großen Augen schaut der Witwer mich über den Tisch hinweg an. „Sie ist nicht mehr da, das Bett neben mir ist jeden Morgen leer. Ich horche nach den Geräuschen, die mir sagen, dass sie schon auf ist – aber nein, die ganze Wohnung ist still. Ich will nach ihr greifen, sie an mich drücken, aber meine Arme greifen ins Leere. Grausam. Ich gehe durch alle Zimmer – sie sind leer. Ich gehe nach draußen. Es ist leer. Ich gehe durch den ganzen Tag – er ist leer von morgens bis abends. Ich will sie wiederhaben, verstehen Sie? Ich will sie finden. Ihren Namen rufen. Sie sehen. Nach ihrer Hand greifen ...“ Unvermittelt bricht er ab, lehnt sich zurück, schließt die Augen, schweigt.

Wenn wir Menschen hergeben müssen, bleibt doch: Wir erinnern uns ihrer. Sie haben einen bleibenden Platz in unserem Herzen. Und wir glauben, dass Gott sie aufgenommen hat in sein Haus aus Licht. Das tröstet uns, dass sie bei Gott sind. Und doch vermissen wir sie sehr schmerzlich. Wir suchen sie. Die Frage treibt uns um, wo sie denn eigentlich sind, unsere Lieben?

»Would you know my name, if I saw you in Heaven? Would it be the same, if I saw you in Heaven?« Eric Claptons fünfjähriger Sohn ist aus dem Fenster eines Hochhauses gestürzt. In dem Lied „Tears in Heaven“ singt er seinen Schmerz darüber aus sich raus. »Würdest du mich erkennen, wenn ich dich im Himmel sehen würde? Wäre es wieder wie früher, wenn ich dich im Himmel sehen würde?«
Vielleicht zweifeln wir gar nicht an der Tatsache der Auferstehung. Was uns umtreibt ist viel mehr die Frage: Wie wird es sein? Werden wir all das nachholen, was wir versäumt haben? Wird uns wieder zurückgegeben, was uns genommen wurde? Was ist mit den Bruchstücken unseres Lebens? Wird Gott sie zusammenfügen? Werden wir wieder unbeschwert lachen können?

Damals in Korinth gab es Zweifel an der Auferstehung. Hartnäckig fragten die Menschen nach: Wie werden die Toten auferstehen? Was für einen Körper werden sie haben? Manche fragten so, weil sie‘s nicht glauben konnten, dass die Toten auferstehen werden, manche fragten, weil sie es sich vorstellen wollten, wie das sein wird, wenn die Toten auferstehen.

Paulus sagt: die Auferstehung übertrifft all unsere Erwartungen! Unser irdisches Leben ist wie das Weizenkorn, das ausgesät wird – die Auferstehung ist wie die Ähre, die im Wind wogt. Sie sieht ganz anders aus als das Korn und sie trägt viele neue Körner in sich. Das macht Gott durch seine Schöpferkraft! Der Mensch stirbt wie das Korn. Er stirbt ganz und gar, mit Haut und Haar, mit Seele und Geist – und Gott schenkt ihm einen neuen Leib, der unsere Vorstellungen übersteigt. Die Auferstehung übertrifft all unsere Erwartungen!

Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft.

Alles steht und fällt mit der Auferstehung Jesu Christi. Ich sterbe täglich, sagt Paulus. Aber alles, was wir erleiden, ist aufgehoben im Leiden Christi. So lebe ich jeden Tag auch von der Kraft der Auferstehung.

„Manchmal treffe ich meinen Sohn“, erzählt ein Vater. „Ich male es mir aus in Gedanken und in Gefühlen. Denn meine Beziehung zu ihm bleibt. Meistens mache ich das beim Wandern. Wir sind früher oft zusammen gewandert. Dann gebe ich mich den Bildern hin. Ich sehe ihn wieder neben mir gehen. Höre seinen Tritt. Höre seinen Atem. Meistens gehen wir schweigend, wie früher – wunderbar. Wir brauchen nicht viele Worte, genießen das stille Miteinander. Manchmal reden wir auch. Ich frage ihn: ,Wie geht‘s dir?‘ Ich höre ihn lachen. ,Es geht mir prima. So gut ging‘s mir noch nie. Mach dir keine Sorgen.‘ Dann höre ich, wie er mich fragt: ,Und dir? Wie geht‘s dir?‘ Und ich erzähle ihm, wie sehr er mir fehlt bei allem, was ich tue. Dass sich ein Schleier über das ganze Leben gelegt hat sei seinem Tod. ,Ich weiß‘, antwortet er. ,Für euch ist es sehr schwer. Ich bin froh, dass ich dir wenigstens hier nahe sein kann.‘ Dann umarmen wir uns lange - und ich koste das aus. ,Sehen wir uns wieder?‘ ,Ganz sicher. Wieder hier, sooft du willst, und eines Tages in Gottes Herrlichkeit.‘“

Frohe Ostern wünscht Ihnen
Ihr Uli Seegenschmiedt

Die Monatssprüche 2020

Januar:  Gott ist treu. 1.Kor 1,9 (L)

Februar:  Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. 1.Kor 7,23 (L)

März: Jesus Christus spricht: Wachet! Mk 13,37 (L) - AUSLEGUNG

April:  Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1.Kor 15,42 (L)

Mai:  Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat! 1.Petr 4,10 (E)

Juni:  Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder. 1.Kön 8,39 (L)

Juli: Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. 1.Kön 19,7 (L)

August:  Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Ps 139,14 (L)

September:  Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. 2.Kor 5,19 (E)

Oktober:  Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl. Jer 29,7 (L)

November: Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Jer 31,9 (L)

Dezember: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Jes 58,7 (L)

Letzte Änderung am: 09.04.2020