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In der nächsten Zeit (des Lockdown) begleiten Sie wieder Andachten durch die Woche. Jeweils am Sonntag gibt es einen neuen Impuls Ihrer Gemeindepfarrer ...

An(ge)dacht

... belämmert

der Sonntag, mit dem diese immer noch österliche Woche eröffnet, versucht der Barmherzigkeit Gottes – misericordias domini – ein Bild zu geben, wie wir es schon aus dem schönen Psalm 23 kennen, der selbst Kirchenferneren ein Begriff ist: Der Herr ist mein Hirte. Und dem Johannes-Evangelium (Kap 10) zufolge fügt Jesus sich selbst genau in dieses Bild ein. Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Ich bin der gute Hirte, und ihr seid meine Schafe.

Das mag verwirren, denn wir haben so unsere eigene Vorstellung von Schafen: kuschelig, lieb, aber doof. Ein oller Schäferhund, der bellt; ein Hirte mit Stab und Flöte, der ruft, und sie rennen überall hin. Und so stellen sich tatsächlich manche auch ihr Dasein vor: glückliche Schäfchen – behütet, ohne jede eigene Verantwortung, für alles wird gesorgt, um nichts muss man sich kümmern – der Hirte trägt für alles die Verantwortung.

Und das ist auch der Vorwurf vieler gegenüber Christ*Innen: Ihr Christen seid Schafe!! Schafe, die sich nur regieren, führen lassen – ein Hirte oder ein paar mehr, die sagen, wo es lang geht…

Das ist aber gar nicht gemeint – Christus sagt etwas anderes! Er sagt: Es gibt nur einen Hirten – Jesus Christus; und der wird nicht in die Irre führen. Und damit nimmt er all jene, die stellvertretend führende, leitende Aufgaben haben, in die Pflicht. Er sagt: Ihr habt Verantwortung, dass ihr all jene, die euch vertrauen, die sich euchanvertrauen, leitet – meinem Willen gemäß. Kein Freibrief für Herrschende!

Er nimmt aber auch die Schafe – so ganz anders als unser Bild ist – in die Pflicht: Ihr kennt meine Stimme; ihr selber wisst, wo das gute Land ist; und ihr müsst entscheiden, auf welche Stimme ihr hört, wem ihr euch anvertraut. Die Herrschenden – Hirten – sollen sich nicht um ihr Wohl scheren, sondern um das Allgemeinwohl. Und die Schafe können sich nicht darauf berufen: Das ist mir gesagt worden…

Es gibt einen guten Hirten, und nur wer in seinem – Jesu Christi – Willen weidet, ist selber guter Hirte. Und die Schafe sollen und können die guten Hirten von den schlechten – den Verführern – unterscheiden. Schaf sein, Schaf des guten Hirten, bedeutet: nicht Bäh-Schäfchen zu sein, sondern bewusst Entscheidungen zu übernehmen, Verantwortung zu tragen; für sich und die Herde…

Wo das nicht passiert – beides –, sind sowohl Schafe als auch der falsche Hirt zum Untergang verurteilt. Wenn die Schafe nicht mehr die Stimme ihres, des guten Hirten hören, werden sie nicht auf der grünen Aue, an den frischen Wassern bleiben, wo sie hingeführt wurden – vom guten Hirten, vom österlichen Geschehen, das wir immer noch feiern. Und dann werden sie von den Worten des Hirten, dann werden sie vom Grün des Lebens auch nicht erzählen können. Wo aber, da ist Leben verheißen – ewiges Leben, und schon jetzt…

Wir sind keine Masse – schrecklichstes Wort der letzten Monate: Herdenimmunität –, sondern dieser neue österliche gute Hirte kennt uns beim Namen – und in diese Osterherde sind wir hineingetauft. Das unterscheidet ein Osterlamm vom Schaf. Und so sind wir zum einen Schafe des einen Hirten – und zum anderen selber ins Amt des Hirten berufen. Nach Ostern lässt sich das nicht mehr trennen. Beides sind wir: Schaf und Hirt im Namen des einen… Jesus Christus.

Und ich wage sogar zu sagen: Hirt-Sein ist unsere erste und vornehmste Aufgabe.

Verabschieden wir uns von einer christlichen Lämmchen-Romantik. Schauen wir, wie mit Ostern aus dem einen Lamm, das zur Schlachtbank ging, der eine Hirte hervorging – der das Leben schenkt, der uns das Leben schenkt. Gott will nicht Hirte sein ohne uns…

Einen gesegneten Osterfestkreis

Ihr d. lippold

Wochenandachten zum Nachlesen

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Andacht Pfarrer Detlef Lippold (6.-12. April 2020) Nachfolge heißt Mitgehen
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Andacht Pfarrerin Franziska Roeber (25.-31. Mai) Jetzt ist er weg.

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Andacht Pfarrer Detlef Lippold (8.-14. Juni) Alle Tage wieder
Andacht Pfarrerin Franziska Roeber (15.-21. Juni) Unüberwindliche Kluft?

Letzte Änderung am: 19.04.2021