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Vorbereitungen für die Trauerfeier

Der Sterbefall ist bei einem Standesamt anzuzeigen, dort wird die Sterbeurkunde ausgestellt. In der Regel wird ein Bestattungsunternehmen nach Wahl beigezogen. Die zuständige Kirchengemeinde wird in aller Regel benachrichtigt. Ein Gespräch mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer wird vereinbart, um die Trauerfeier vorzubereiten. Mit Friedhofsverwaltung und Bestattungsunternehmen werden Termin und Art der Bestattung festgelegt und der Grabplatz gewählt. Die kirchliche Bestattung ist Gottesdienst der Gemeinde. Sie kann in der Regel nur Angehörigen der evangelischen Kirche gewährt werden. (Näheres dazu unten: Bestattung Ausgetretener)

Das Gespräch

Rechtzeitig vor der Bestattung wird Ihr Pfarrer bzw. Ihre Pfarrerin mit Ihnen ein persönliches Gespräch führen. Dabei können Sie über alles sprechen, was Sie bewegt und dabei Trost finden. Haben Sie ein Foto des bzw. der Verstorbenen, bringen Sie es gerne zum Gespräch mit. Erzählen Sie dem Pfarrer aus dem Leben des/der Verstorbenen. Sie helfen damit, den Trauergottesdienst persönlich zu gestalten. Vielleicht wissen Sie ein Bibelwort, das dem/der Toten wichtig war. Dies könnte der Taufspruch, das Konfirmationswort, der Trauspruch sein. Diese Bibelstelle kann Grundlage für die Ansprache sein. Auf der Seite www.trauervers.de kommen Sie sehr einfach in drei Schritten zum für den Verstorbenen passenden Bibelwort! Manchmal kann es hilfreich sein, sich an der Trauerfeier aktiv zu beteiligen, z.B. mit einer Lesung oder einem Gebet.

Die Musik

Musik setzt viele Gefühle in Bewegung. Gemeinsames Singen kann tröstlich sein. Wählen Sie sorgfältig die richtige Musik zur Trauerfeier aus. Ihre Pfarrerin/Ihr Pfarrer unterstützt Sie dabei gerne. Auf jedem Friedhof sind Musiker tätig. Auch die Einspielung von CD ist möglich. Folgende Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch eignen sich gut zum gemeinsamen Gesang:

Nr. 65 "Von guten Mächten treu und still umgeben" (Dietrich Bonhoeffer)
Nr. 85 "O Haupt, voll Blut und Wunden" (Paul Gerhardt) Strophen 5.6.8-10
Nr. 99 "Christ ist erstanden" (ältester Osterchoral)
Nr. 361 "Befiehl du deine Wege" (Paul Gerhardt zu Psalm 37,5)
Nr. 369 "Wer nur den lieben Gott lässt walten" (Georg Neumark)
Nr. 376 "So nimm denn meine Hände" (Julie Hausmann)
Nr. 396 "Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide"
Nr. 473 "Mein schönste Zier und Kleinod bist" (ein Abendlied)
Nr. 481 "Nun sich der Tag geendet" (Gerhard Tersteegen)
Nr. 488 "Bleib bei mir Herr! Der Abend bricht herein." (deutsch nach "Abide with me")
Nr. 526 "Jesus, meine Zuversicht" (Otto von Schwerin)
Nr. 529 "Ich bin ein Gast auf Erden" (Paul Gerhardt)
Nr. 532 "Nun sich das Herz von allem löste" (Jochen Klepper) und

Nr. 117 aus Singt Jubilate: "Amazing grace" (John Newton)

Die Trauerfeier

Mancherorts ist durch Vorgaben die Zeit in der Friedhofskapelle oder Aussegnungshalle leider sehr beschränkt. Zumindest am Grab selbst besteht aber keine Zeitnot. Sie können freilich über Ihr Institut gegen Gebühr auch zusätzliche Zeiten bestellen.

In der Regel beginnt die Trauerfeier in der Friedhofskapelle bzw. Aussegnungshalle, der Sarg bzw. die Urne ist aufgestellt. Die Gemeinde geht mit dem Pfarrer bzw. der Pfarrerin während eines Musikstücks in die Kapelle. Der Gottesdienst ist von der Unausweichlichkeit des Todes geprägt. Deshalb ist Raum für Trauer und Klage über den erlittenen Verlust. In Schriftlesung und Predigt wird die bergende Liebe Gottes bezeugt. Die Traueransprache hat in der Regel die Auslegung eines Bibelworts zum Inhalt. Die Gewissheit der Auferstehung steht daneben als Hoffnung gegen alle Sterbe- und Todeserfahrungen. Das Leben des/der Verstorbenen kommt  angemessen  zur Sprache. Die Gemeinde begleitet ihre Toten und deren Angehörige mit Gebeten und Liedern.

Bei einer Erdbestattung

Nach dem Teil in der Trauerhalle gibt die Trauergemeinde der/dem Verstorbenen das letzte Geleit. Die engsten Angehörigen bilden die Spitze des Zuges. Am Grab wird der Sarg in die Erde gelassen. Für viele ist das der schwerste Augenblick der Beerdigung. Doch wie ein Same neues Lebens hervorbringt, kann das Einsenken des Sarges in die Erde ein Bild für die Gewissheit neuen Lebens sein. Die Pfarrerin bzw. der Pfarrer spricht: "Der Herr über Leben und Tod hat unsere Schwester/unseren Bruder in Christus aus diesem Leben abgerufen. Von Erde bist du genommen, zu Erde sollst du werden. Gott vollende an dir, was er dir in der Taufe geschenkt hat, und gebe dir Teil an seiner Herrlichkeit. Friede sei mit dir von Gott, dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste." Bei diesen Worten ist es üblich, dreimal Erde auf den Sarg zu werfen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass wir wieder zu Erde werden und ein Hinweis darauf, dass wir einst in Gottes Herrlichkeit auferstehen. Darauf folgt eine biblische Lesung, die den Glauben an die Auferstehung der Toten bezeugt und auf Gottes neue Schöpfung hinweist. Die Bestattung schließt mit Fürbitten und dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser sowie dem Zuspruch des Segens.

Den dreimaligen Erdwurf als Symbol der Vergänglichkeit und der Hoffnung auf die Auferstehung nehmen die Trauergäste am Ende der Bestattung auf. Aus der katholischen Tradition kommt das Besprengen mit (Weih-)Wasser, das an die Taufe erinnern soll. Auch Blumen als Liebeszeichen können ins Grab geworfen werden. Einem Moment der Stille und des persönlichen Abschieds ist diese letzte Geste am Grab gewidmet. Freunde und Gäste der Trauerfeier möchten Ihnen anschließend ein Zeichen oder Worte der Anteilnahme geben. Sie wollen zeigen: Du bist nicht allein!

Bei einer Feuerbestattung

Die Trauerfeier bei einer Feuerbestattung findet nur in der Friedhofshalle statt. Sie entspricht in den Elementen Musik, Gebet, Ansprache, Lesung der Beerdigung. Nach dem Segenswort erhebt sich die Gemeinde zu einem stillen Gedenken. Dabei besteht die Möglichkeit, an den Sarg zu treten und eine Blume niederzulegen. Für die spätere Urnenbeisetzung kann die Begleitung einer Pfarrerin bzw. eines Pfarrers in Anspruch genommen werden.

Gebühren und Spenden

Ihre Kirchengemeinde erhebt für die Trauerfeier keine Gebühren. Wenn Sie Ihrer Gemeinde etwas spenden wollen, können Sie den Zweck im Sinn des/der Verstorbenen festlegen.
 
Besondere Situationen

a) Bestattung Ausgetretener: Die Entscheidung eines Menschen, der Kirche nicht angehören zu wollen, muss auch im Tod ernst genommen werden. Daher werden Ausgetretene in der Regel nicht kirchlich bestattet. Haben Verstorbene, die nicht Mitglied der Kirche waren, ausdrücklich eine kirchliche Bestattung gewünscht, können sie nach Rücksprache mit dem Gemeindepfarrer/in bestattet werden. Ist eine kirchliche Bestattung nicht möglich, kann eine andere Form der kirchlichen Begleitung gefunden werden.

b) Suizid: Hat sich ein Mensch selbst das Leben genommen, dann ist der Trost, den eine kirchliche Bestattung geben kann, besonders notwendig und hilfreich.

c) Ungetaufte Kinder evangelischer Eltern, frühverstorbene Kinder und Totgeborene haben ein Anrecht darauf, kirchlich bestattet zu werden.

Letzte Änderung am: 07.04.2020